DU… WAS IST EIGENTLICH JAZZ?!

 

Auf die Frage „Was ist Jazz?“ hat Louis Armstrong einmal geantwortet: „Daß Sie danach fragen, zeigt, daß Sie es niemals verstehen werden.“ Nicht gerade sehr informativ! Aber es gibt genug andere Statements, die zu erklären versuchen, was Jazz wirklich ist. Wir haben die interessantesten gesammelt.

 

Leonard Bernstein (Komponist, Musiker):

„Jazz ist Freude am Spiel und deshalb Unterhaltung im besten Sinne.“
 

Thelonious Monk (Musiker):

„Ich brauche keine Definition davon, was Jazz ist. Man sollte wissen, was das ist, wenn man es hört.“

 

Charles Mingus (Musiker): 

„Jazz ist Dein Tod und mein Tod.“

 

Quincy Jones (Musiker):

„Jazz ist ein Mittel, um Dunkelheit in Licht zu verwan­deln – etwa indem er eine Komödie daraus macht oder einer üblen Liebesbeziehung oder was auch immer den Schmerz nimmt und sich dann entweder darüber lustig macht oder einen Ausdruck da­für findet, um sich davon zu befreien … Deshalb ist er so mächtig und hat den Planeten und fast jedes Land der Welt erobert.“

 

Keith Jarrett (Musiker):

„Wenn man improvisiert, hat man nur sein Werkzeug, aber kein Material. Auch im Jazz geht es nie um das Material, sondern um die Art, wie du spielst.“

 

Philippe Hucher (franz. Autor):

„Jazz ist das künstlerische Ausdrucksmittel, in dessen Sprache die meisten musikalischen Richtungen und Stile der Geschichte Eingang gefunden haben. Der Grund hierfür liegt in dieser speziellen Kunstform selbst; denn ihr Wesen, das sich nicht festlegen und einordnen lässt und das sich jeder genaueren Definition entzieht, ist die Bewegung, die Begegnung und der Austausch. Gerade darum entzieht sich der Jazz auch heute noch jeder einfachen Kategorisierung.

 

Dave Brubeck (beim Jazzherbst 2002):

„Es war immer eine Musik, die die Kulturen und Menschen zusammenführte. Und es war immer eine Musik, die von der Welt Freiheit forderte. Es ist in vieler Hinsicht die wichtigste Musik der Welt – JAZZ!“

 

Joachim-Ernst Berendt (deutscher Jazzkritiker):

„Jazz ist eine in den USA aus der Begegnung des Schwarzen mit der europäischen Musik entstandene künstlerische Musizierweise. Das Instrumentarium, die Melodik und die Harmonik des Jazz entstammen zum größeren Teil der abendländischen Musiktradition. Rhythmik, Phrasierungsweise und Tonbildung sowie Elemente der Blues-Harmonik entstammen der afrikanischen Musik und dem Musikgefühl des amerikanischen Negers. Der Jazz unterscheidet sich von der europäischen Musik durch drei Grundelemente, die intensitätssteigernd wirken: 1. durch ein besonderes Verhältnis zur Zeit, das mit dem Begriff „swing“ gekennzeichnet wird (im Deutschen kleingeschrieben, um den Unterschied zum Jazzstil „Swing“ der 30er Jahre deutlich zu machen). 2. durch eine Spontaneität und Vitalität des musikalischen Ausdrucks, bei der die Improvisation eine Rolle spielt. 3. durch eine Tonbildung bzw. Phrasierungsweise, in der sich die Individualität des einzelnen Musikers zu erkennen gibt.“

 

Aus einem DDR-Lexikon:

„Jazz ist ein Giftgasangriff auf das proletarische Bewusstsein“.

„Jazzer, egal welcher Hautfarbe, die Bebop oder Cooljazz spielen, das sind Snobs, das sind Volksschädlinge“.

 

Definition im Dritten Reich:

„Jazz ist 1. Musik mit verzerrten Rhythmen, 2. Musik mit atonaler Melodieführung und 3. Verwendung von gestopften Hörnern“

 

Leonard Bernstein (Komponist, Musiker):

„Das Hauptargu­ment gegen den Jazz war immer die Behauptung, hier handle es sich nicht um Kunst. Ich finde aber, Jazz ist Kunst, und noch dazu eine ganz besondere.“

 

Roger Pellaton (in de.alt.fan.haraldschmidt):

„Eine synkopische None, ein schwarzer Bassist und ein Glas Whiskey auf einem Barhocker machen noch keinen Jazz“

 

Louis Armstrong (Musiker):

„Jazz ist ein Stück Leben – eine Brücke von Mensch zu Mensch“

 

Johnny Griffin (Musiker):

„Jazz is shit!“

 

Sonny Rollins (Musiker):

„Doch schon bevor ich alt genug war, um gleichgesinnte Freunde zu haben, war für mich, der ich im New Yorker Stadtteil Harlem aufwuchs, Jazz bereits ein Teil meines Lebens geworden. Es war nicht nur die Musik, so großartig wie sie war, sondern auch das Gefühl von Wahrheit und Güte, das sie verkörperte – eine Art und Weise. die Leute zum Lächeln zu bringen und ihren Geist zu erquicken. Eine Weise, Können zu würdigen und dabei auch doch Intuition anzuerkennen. Eine Weise, sich darüber klarzuwerden, dass es tatsächlich einen Unterschied zwischen richtig und falsch, Wahrheit und Lüge, gut und böse gibt. Täuschen wir uns nicht: Der Jazz ist eine gewaltige Kraft für den Frieden und das Verständnis zwischen den Nationen und Völkern, und unsere Welt würde ohne ihn ein viel unwirtlicherer Ort sein.“

 

Sun Ra (Musiker):

„Jazz ist der Klang des Universums“

 

Duke Ellington (Musiker):

„Jazz ist die Freiheit, viele Formen zu haben.“

 

Archie Shepp (Musiker):

„Jazz ist Schwarze Musik“

 

Miles Davis (Musiker):

„Jazz ist ein Wort der weißen Mannes.“

 

Dave Brubeck (Musiker):

„Was ist Jazz? Wenn der Solist nicht die völlige Freiheit hat, hört es auf, Jazz zu sein. Jazz ist wahrscheinlich die einzige heute existierende Kunstform, in der es die Freiheit des Individuums ohne den Verlust des Zusammengehörigkeitsgefühles gibt.“

 

Fats Waller (Musiker):

„Jazz ist nicht, was Du machst, sondern wie Du es tust.“

 

Arrigo Polillo (Jazzkritiker):

„Die Wahrheit ist, dass man heute unter „Jazz“ nichts anderes versteht, als den musikalischen Ausdruck – in dauerndem, sehr schnellen Wandel – einer bestimmten Kultur: der der Neger, die in den großen Städten der Vereinigten Staaten leben, umgeben von einem Kreis sehr zahlreicher Sympathisanten (im etymologischen Sinn dieses Begriffes) und zwar in erster Linie solcher Leute, die die herrschende weiße Klasse, das Establishment, in irgendeinem Grade zur Assimilation oder zur Annäherung mit den Negern gebracht hat. Es handelt sich hauptsächlich um Juden, die zum großen Teil aus Osteuropa stammen, und um Italo-Amerikanern: zwei ethnische Gruppen, die mit den Negern wenigstens eine kurze Zeit das Schicksal der Unterprivilegierten in Gettos geteilt haben, die mehr oder minder starre Grenzen haben und manchmal nur psychologischer Natur sind.“

 

Lennie Tristano (Musiker):

„Jazz ist nicht besonders afrikanisch. Rabbis in der Synagoge und Zigeuner klingen mehr nach Jazz als irgendetwas in Afrika.“

 

Dizzy Gillespie (Musiker):

„Jazz ist, warum dieses Jahrhundert anders klingt als andere.“